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Der Chef von Gamescom Dev, Frederik Hammes, sieht in kleineren Entwicklerteams das größte Potenzial für den aktuellen Spielemarkt. Im Interview erklärt er, warum die Umbenennung der Konferenz neue Maßstäbe setzt und wie die Branche mit KI und dem Krisenjahr umgeht.

Was bedeuten kleinere Studios für den aktuellen Markt?

Kleine Entwicklerteams dominieren laut aktuellen Umfrageergebnissen der Konferenz die Zukunft der Spieleentwicklung. Dank moderner Technologie lässt sich heute mit deutlich weniger Personal deutlich mehr umsetzen.

Trotzdem bleibt ein entscheidender Faktor bestehen, wie Hammes im Gespräch betont:

„Wenn ihr nur zu dritt seid, bedeutet das immer noch, dass sich jemand um die geschäftliche Seite kümmern muss.“

Die Konferenz positioniert sich deshalb als zentraler Anlaufpunkt. Sie liefert nicht nur Produktions-, Programmier- und Kreativ-Wissen, sondern schult Entwickler gezielt darin, ein Unternehmen erfolgreich zu führen.

Wie hat sich die Umbenennung von Devcom zu Gamescom Dev ausgewirkt?

Im August 2025 wurde aus der Devcom offizielle Gamescom Dev. Dieser Schritt verbindet die Entwicklerkonferenz enger mit der Hauptmesse und streckt das Event im Grunde auf eine volle Woche von Montag bis Freitag.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Einheitlicher Ticket-Shop: Keine getrennten Buchungswege mehr für Konferenz und Messe.

  • Nahtloser Übergang: Teilnehmer können nach den Sessions direkt rüber zur Gamescom-Messehalle wechseln.

  • Spezialisierung: Mit 390 Ausstellern verteilt auf 17 Bühnen wächst das Angebot stetig

Wegen des großen Andrangs stößt das Confex Center an der Koelnmesse allerdings an räumliche Grenzen. Langfristig könnte die Veranstaltung physisch noch näher an die eigentliche Gamescom rücken müssen, falls der Trend zu kleineren Studios weiter anhält.

Welche Rolle spielen die neuen Leadership Summits?

Ein zentraler Neuzugang im Programm sind die eintägigen Leadership Summits. Diese Treffen finden bewusst ohne Presse, Mikrofone und Aufzeichnungen statt.

Führungskräfte der Videospielbranche erhalten hier einen geschützten Raum („Safe Space“), um offen über die aktuelle Marktkrise zu sprechen. Bei einer Handrunden-Abfrage im Rahmen dieser geschlossenen Meetings mussten sämtliche anwesenden Manager bestätigen, im vergangenen Jahr entweder schlechte Nachrichten überbringen zu müssen oder selbst welche erhalten zu haben.

Thema

Anteil

Bedeutung für die Branche

Künstliche Intelligenz

47%

KI gilt als einflussreichste Entwicklung der kommenden drei Jahre.

KI-Kompetenz

11%

Nur wenige halten reines KI-Wissen für die wichtigste Einzelkompetenz.

Führungskompetenz

27%

Führung gilt als wichtigste Fähigkeit in Zeiten des Umbruchs.

Wie steht die Branche zu Künstlicher Intelligenz und Führung?

Die Umfrage unter den Speakern zeigt eine deutliche Diskrepanz beim Thema Künstliche Intelligenz. Während fast die Hälfte den grössten Einfluss von KI erwartet, setzt nur ein kleiner Bruchteil auf rein technische KI-Kompetenz als wichtigste Fähigkeit für die Zukunft.

Die Antwort darauf liefert der Fokus auf den Faktor Mensch: Statt auf technische Rettung durch Algorithmen zu vertrauen, setzt die Industrie auf starke Führungspersönlichkeiten, die Teams durch den Wandel steuern können.

Häufige Fragen zur Entwicklung der Gamescom Dev

Steht Gamescom Dev in direkter Konkurrenz zur GDC in San Francisco?

Der Managing Director sieht die US-Konkurrenz entspannt. Zwar buhlt man um ähnliche Zielgruppen, doch hinter den Kulissen herrscht ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Da sich die GDC derzeit in einem schwierigen Umfeld befindet, hofft man auf eine schnelle Erholung der Kollegen.

Wie groß ist das Event in diesem Jahr aufgestellt?

Das Programm umfasst 390 Speaker, die sich in 220 Sessions auf insgesamt 17 Bühnen aufteilen. Das Kontingent im Confex Center ist damit fast ausgereizt.

Welche Rolle spielt die Demokratisierung der Entwicklung?

Weil Werkzeuge und Engines immer zugänglicher werden, gründen sich vermehrt kompakte Indie-Teams. Diese benötigen neben kreativem Talent vor allem Business-Know-how, um auf dem hart umkämpften Markt wirtschaftlich zu überleben.