
Das Entschleunigen der Levelphase in der Beta von World of Warcraft: Forever führte dazu, dass Instanzen kaum noch Erfahrungspunkte brachten und reine Zeitverschwendung waren. Blizzard steuert nun nach: Mit einem 20-Prozent-Buff auf Monster-EP und einem entscheidenden Bugfix ziehen Dungeons beim Level-Tempo wieder mit dem Questen gleich. Wir analysieren die neuen Werte, die Entwickler-Philosophie und was die Änderungen für eure Level-Route bedeuten.
Entwickler-Philosophie: Warum Blizzard die Dungeon-EP anhebt
Im dritten WoW: Forever Podcast nahm Rowan Ryder (Senior Game Designer im Encounter-Team) Stellung zur anhaltenden Diskussion in der Community. Die Entwickler verfolgen das Ziel, Dungeons nicht als Einweg-Erfahrung („One-and-Done“) verkümmern zu lassen. Instanzen sollen wiederholt gespielt werden, da viel Arbeit in ihr Design fließt.
Gleichzeitig betont das Team, dass stumpfer Instanz-Grind nicht die einzig optimale Methode sein darf. Spieler sollen weiterhin einen Anreiz haben, die offene Spielwelt zu erkunden, neue Gruppen zu finden und Quests zu erledigen. Das Ausweichen auf die Open World darf sich jedoch nicht wie eine Strafe für Dungeon-Liebhaber anfühlen.
20 % mehr EP und Bugfixes: Die Änderungen auf einen Blick
Senior Producer Josh Greenfield kündigte eine Erhöhung der Erfahrungspunkte (EP) durch gegnerische Kills in Instanzen um 20 % an. Über Twitter ergänzte Greenfield ein weiteres zentrales Detail: Ein kritischer Fehler bei der Berechnung der Erfahrungspunkte wurde behoben.
Bisher basierte die erhaltene EP fehlerhafterweise auf der Stufe des höchsten Charakters in der Gruppe. Dies führte zu enormen Einbußen bei gemischten Gruppenstufen. Nach dem Fix berechnet das Spiel die Erfahrungspunkte wieder korrekt auf Basis eures eigenen Charakter-Levels.
Bei perfekter Spielweise (optimaler EP-Wert pro Stunde) liegt die Level-Geschwindigkeit in Dungeons nun nahezu auf einem Niveau mit effizienten Quest-Routen.
Vergleich: Dungeon-Leveln vor und nach dem Update
Mechanik / Parameter | Vor dem Patch | Nach dem Patch | Auswirkung auf das Leveln |
Monster-EP in Dungeons | Basiswert | +20 % Erhöhung | Kills in Instanzen bringen spürbar mehr Fortschritt. |
EP-Berechnung in Gruppen | An höchsten Spieler gekoppelt (Bug) | An eigene Charakterstufe gekoppelt | Beseitigt drastische EP-Verluste in gemischten Gruppen. |
Level-Tempo (Optimal) | Questen deutlich überlegen | Dungeons & Questen nahezu gleichauf | Dungeons werden zur echten Alternative beim Leveln. |
Die Community-Debatte: Befürchtungen um die Boosting-Meta
Die Erhöhung der Erfahrungspunkte löst in der Community gemischte Reaktionen aus. Während Anhänger von Dungeon-Runs die Anpassung begrüßen, befürchten andere Spieler eine Rückkehr der exzessiven Boosting-Kultur aus WoW Classic Era.
Da die Erfahrungspunkte wieder auf der eigenen Charakterstufe basieren, könnten hochstufige Charaktere schwächere Spieler erneut effizient durch Dungeons ziehen, sofern Blizzard keine strikten Stufen-Grenzen (wie eine maximale Differenz von 10 Leveln) durchsetzt. Die Entwickler beobachten das Feedback genau, um eine gesunde Balance zwischen Anreiz für Gruppen-Content und Schutz vor Botting sowie Goldkauf (RMT) zu halten.
Sind Dungeons jetzt der schnellste Weg auf Stufe 60?
Nein. Das maximale Level-Tempo in Dungeons entspricht bei optimaler Gruppenzusammenstellung und zügigem Durchlauf in etwa einer perfekt optimierten Quest-Route. Wer Quests in der offenen Welt effizient bündelt, steigt genauso schnell auf.
Wie wirkt sich der Bugfix auf Gruppen mit unterschiedlichen Stufen aus?
Vor dem Fix richtete sich die EP nach dem Gruppenmitglied mit der höchsten Stufe. Das reduzierte die Ausbeute für niedrigstufige Spieler massiv. Nun zählt wieder eure eigene Stufe, wodurch Gruppen mit moderaten Stufenunterschieden nicht mehr abgestraft werden.
Lohnt sich das Wiederholen von Dungeons ohne Quests?
Ja. Durch das EP-Plus von 20 % müsst ihr eine Instanz nach dem Erledigen der einmaligen Dungeon-Quests nicht mehr zwingend meiden. Wenn ihr gezielt Beute sammeln oder die Open World umgehen wollt, bleibt der Erfahrungsgewinn solide.
Dungeons spammen oder Open World: Welche Level-Strategie passt zu euch?
Die Anpassungen von Blizzard treffen einen guten Mittelweg. Wer Dungeons liebt, muss nicht mehr das Gefühl haben, seine Spielzeit zu verschwenden. Dennoch ist das System so austariert, dass der reine Instanz-Grind das Questen in der offenen Welt nicht komplett entwertet.
Der Aufwand lohnt sich besonders für eingespielte Fünfer-Gruppen, die ohne Unterbrechungen durchziehen und gezielt blaue Ausrüstung abgreifen wollen. Casuals und Solo-Spieler fahren weiterhin mit einer Kombination aus Gebiets-Quests und gelegentlichen Dungeon-Besuchen für die einmaligen Quest-Belohnungen am besten.

