
World of Warcraft: Forever krempelt die Wirtschaft um. Mit einem eigenen Schwarzmarkt-Auktionshaus und festen Händlerpreisen für seltene Materialien greift Blizzard direkt in den Goldkreislauf ein.
Schwarzmarkt und feste Händlerpreise: Was ändert sich in Azeroth?
Mit WoW Forever bekommt Azeroth ein eigenes Schwarzmarkt-Auktionshaus (BMAH), das in einem Goblin-Außenposten im neuen Gebiet Riverglades zu finden ist. Bisher ist unklar, ob das System exakt wie das Pendant aus Retail funktioniert, doch erste Beta-Funde zeigen bereits T-0,5-Teile in den Auktionslisten. Deutlich spannender fällt jedoch der Fund im Goblin-Außenposten Powderfuse Port aus. Dort verkauft der Händler Mister Graphed gefragte Handwerksmaterialien zu Fixpreisen.
Folgende Gegenstände wurden im Angebot des Händlers entdeckt:
Gegenstand | Preis |
|---|---|
Pristine Hide (Makelloser Balg) | 20 Gold |
Pristine Scale (Makellose Schuppe) | 50 Gold |
Schwarzer Lotus | 50 Gold |
Arkankristall | 50 Gold |
Gift of Galloping (Gabe des Galoppierens) | 150 Gold |
Ob diese Gegenstände in unbegrenzter Stückzahl zu haben sein werden oder ob das Angebot sowie die Preise bis zum Release noch angepasst werden, bleibt abzuwarten.
Preisdeckel gegen Bot-Mafia und ein massiver Goldsink
Blizzard schlägt mit diesem Schritt offenbar zwei Fliegen mit einer Klatsche. Wenn Materialien wie Schwarzer Lotus oder Arkankristall dauerhaft für 50 Gold direkt beim Händler zu kaufen sind, zieht das eine harte Preisobergrenze im Auktionshaus ein. Niemand zahlt freiwillig astronomische Summen, wenn die Ware jederzeit zum Festpreis verfügbar ist.
Das entzieht vor allem der Bot-Mafia die Geschäftsgrundlage, da die künstliche Verknappung seltener Kräuter und Erze massiv an Wert verliert. Gleichzeitig fungiert Mister Graphed als effektiver Goldsink. Da der Charakterfortschritt in WoW Forever dauerhaft auf Stufe 60 limitiert bleibt, verhindert dieser permanente Goldabfluss, dass sich über die Jahre unendliche Reichtümer in der Wirtschaft anhäufen.
Verdirbt dieses System nicht komplett die Spielerwirtschaft und treibt die Inflation an?
Das Gegenteil ist der Fall. Feste Händlerpreise wirken wie ein Anker. Sie verhindern, dass Preise für extrem seltene Materialien durch Spekulanten oder Bot-Netzwerke ins Uferlose steigen. Zudem wird aktiv Gold aus dem Spiel gezogen.
Lohnt sich der Goldkauf auf externen Plattformen dadurch überhaupt noch?
Blizzard hat bereits angekündigt, gegen Goldkäufer härter denn je durchzugreifen und permanent zu bannen. Wer seltene Materialien wie den Schwarzen Lotus nun planbar für 50 Gold erwerben kann, hat deutlich weniger Anreize, das Risiko von Account-Sperren durch dubiosen Goldkauf einzugehen.
Der Vorstoß zeigt, dass Blizzard aus den Fehlern vergangener Classic-Versionen gelernt hat. Wer gehofft hat, mit Kräuter-Monopolen auf dem Auktionshaus unverschämt reich zu werden, schaut in die Röhre. Für normale Spieler und Raider bringt das System jedoch eine dringend benötigte Entlastung, da Verbrauchsgegenstände bezahlbar bleiben und die Wirtschaft auf Stufe 60 stabil gehalten wird.

